Liebeskummer lohnt sich nicht, my darling

Veröffentlicht am 27.11.2013

 …..schade um die Tränen in der Nacht! Das habe ich mir in den letzten Monaten seit der Trennung von meinem Ex-Freund auch gedacht und versucht jeden Gedanken an ihn rasch wegzudrücken, mit dem Resultat, dass alle verletzten Gefühle sich nun mit aller Gewalt an die Oberfläche drücken und ich in den ungünstigsten Momenten davon überrascht werde. Und je öfter ich an ihn denke, desto trauriger werde ich und die Angst (Erna) streicht mir den Nacken, als Hinweis, dass sie zwar momentan Ruhe gibt, aber noch lange nicht weg ist.

Ich bin traurig, verletzt, wütend und auch meine alte Bekannte, die blöde Eifersucht, nagt an mir. Noch immer. Schon wieder. Aber am allermeisten vermisse ich ihn. So sehr, dass es fast weh tut. Gerade in dieser schweren Zeit, in der ich ihn so sehr brauchen würde, ist er so weit weg. Er, der mich umarmt und mir sagt, dass alles wieder gut wird.

Ich weine noch nicht mal, ich verbiete es mir, denn es ändert ja nichts und das obwohl der Oberarzt in der Klinik sagte, dass jede nicht geweinte Träne Körper und Seele krank macht. Falls also jemand von euch ein Patentrezept gegen Liebeskummer hat, lasst es mich wissen.

Mein Kopf sagt zwar, dass es besser ist nicht mehr mit ihm zusammen zu sein, mein Herz sagt aber:,,Ja, ja, lass die Alte da oben mal quatschen, wir fühlen hier unten eh, was wir wollen.“

Um mich abzulenken, bin ich heute meinen hausfraulichen Pflichten nachgekommen, sprich, ich habe das Treppenhaus, den Keller und die Wohnung geputzt. Manche Menschen mögen in dieser Arbeit aufgehen, nun, dazu zähle ich nicht. Um die ungeliebte Pflicht erträglicher zu machen, habe ich beim Staubsaugen Musik gehört. Hier in NRW, zumindest in dem Teil, in dem ich wohne, hat am 11.11. die fünte Jahreszeit begonnen – Karneval. Also hörte ich Lieder von der Kölner Band Die Höhner. Gute-Laune-Musik. Und ich war bald so beschwingt, dass ich lauthals mitsang. Da ja der Staubsauger lief, musste ich nicht befürchten, dass die Nachbarn mich hören. Und nach paar Liedern war mir das so egal, dass ich einfach weitersang, obwohl der Staubsauger schon längst aus war. Ich hab sogar etwas dabei getanzt! Was für mich ein Riesenschritt ist, denn normalerweise kommt für mich Tanzen in etwa gleich mit Barfusslaufen über glühenden Kohlen.

Es ist also etwas Wahres dran, dass Singen glücklich macht. Versucht es mal, es klappt wirklich. Allerdings denke ich, dass traurige Lieder auch genau diesen Effekt haben und daher rate ich zu Gute-Laune-Mitsing-Musik.

Letzte Woche war in der ARD Themenwoche rund ums Glück. Ich bin zufällig dort gelandet und habe die einstündige Reportage dazu von Anke Engelke gesehen. Zuerst dachte ich, oh je, jetzt auch die noch zu dem Thema. Was will sie denn dazu sagen, ihr geht es doch gut.

Ich musste meinen ersten Eindruck aber schnell revidieren. Meines Erachtens nach hat sie sich wirklich mit diesem Thema auseinandergesetzt. So zeigte sie u.a. den Kölner ,Chor der Muffeligen‘ (was für ein cooler Name!). Personen, denen es mehr oder minder nicht gut ging und deren Befinden sich aber durch die wöchtlichen Chorproben verbesserte.

Den Teilnehmern wurden vor einer Chorprobe eine Speichelprobe entnommen und danach ebenfalls, mit dem Ergebnis, dass der Oxytoxin-Wert signifikant gestiegen ist.

Also stimmt es wohl doch. Ich nehme mir vor zukünftig öfter zu singen. Eben in der Dusche habe ich zu Bob Marley’s ‚Is this love‘ gesungen.

Es hat mich so beschwingt, dass ich darüber schreiben wollte.

Ein tolles Lied ist ebenfalls von den Höhner und heisst ,Lust auf Leben‘ (Album Made in Kölle). Genau so habe ich mich gefühlt, als ich es eben gesungen habe. Ich hatte Lust auf Leben, Lust auf Liebe und Lust auf Lust! Ich habe diesen Hunger danach wieder gefühlt.

Daher hier nun der Liedtext 🙂

Als Kind wurd‘ mir schon klarjemacht:

Du kriegst Ärjer, wenn du widder zu laut lachs,

den Sonntachsaanzuch dir versaus‘,

in der Schule dich mit andren Jungs verhaus‘.

Sei schön lieb un brav un still,

man kricht nich‘ immer alles, was man will,

doch das konnte ich schon damals nich‘ verstehn ,

wollte alles un‘ noch mehr vom Leben sehn:

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Lust!

Lust auf Bratkartoffeln un nen fetten Kuß

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Doll!

Lust mein Maul nich zu halten, wenn ich soll!

Lust auf dicke rote Grütze un‘ auf jede kleine Pfütze.

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Lust!

 

Immer wieder hat man mir erklärt,

daß sich alles, was mir Spaß macht, nich‘ jehört.

Tu‘ nur deine gottverdammte Pflicht,

alles andre interessiert dich besser nicht.

Doch damit fühl ich mich wie einjesperrt,

dann wär’t doch besser, wenn mr gleich zur Hölle fährt.

Wenn du niemals an wat Neuem lecks‘,

wirste niemals wissen, wie dat schmeck!

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Lust!

Lust auf Bratkartoffeln un nen fetten Kuß

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Doll!

Lust mein Maul nich zu halten, wenn ich soll!

Lust auf dicke rote Grütze un‘ auf jede kleine Pfütze.

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Lust!

 

Feste Rejeln? Schön un‘ gut,

doch wenn mr Dienst nach Vorschrift tut,

kommt et vor, dat man verjißt,

wer man eigentlich selber ist.

Frißt nur alles in sich rein

un ist auf einmal ganz allein.

Einsamkeit is‘ Marterpfahl,

man lebt doch nur das eine Mal!

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Lust!

Lust auf Bratkartoffeln un nen fetten Kuß

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Doll!

Lust mein Maul nich zu halten, wenn ich soll!

Lust auf dicke rote Grütze un‘ auf jede kleine Pfütze.

Lust auf Leben – Lust auf Liebe – Lust auf Lust!